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Für einen Aufruhr sorgte seinerzeit Man Ray’s Film Le Retour à la Raison 1923 bei seiner Uraufführung in Paris. Dieser Film dürfte das erste künstlerische Experiment gewesen sein, der Gegenstände direkt auf Kinofilme legte und deren Schatten fixierte. Dream Work von Peter Tscherkassky verdichtet 2001 Motive des Filmes von Man Ray durch Überlagerungen in einer Photogrammsequenz. Zur „Untermalung“ tschechischer Punkmusik benutzt Martin Cihák 1998 das Photogramm in YLO - The Rap.
Ein weiterer Klassiker ist Stan Brahages Mothlight von 1963, bei dem er Gegenstände wie Pflanzenteile und Motten direkt zwischen zwei Klarfilme klemmte und projizierte. Eine poetische Auseinandersetzung mit Natur ist auch Izabella Pruska-Oldenhofs Light Magic von 2001. Thorsten Fleisch benutzte 2004 in Kosmos gar Zelluloid als Zuchtplattform für Salzkristalle und hielt beim Umkopieren auf der optischen Bank ein Spiel differenzierter Lichtreflexe fest.
Das polnische Avantgardefilmerpaar Themerson kreiierte die Photogrammsequenzen ihrer Filme auf indirektem Wege, indem sie die Schatten von Gegenständen auf einer opaken Scheibe von der anderen Seite abfilmten. Eine solche Schattensequenz bildet die Schlüsselszene in The Advantures of a Good Citizen (1937). Ihr letzter Film The Eye and the Ear (1944-45), ein fantastischer Film der sich einem Oskar Fischinger gleich mit den synästhetischen Zusammenhängen von Klang und Bild auseinandersetzt, zeigt in der Sequenz „Wanda“ eine Wasseroberfläche als Photogramm (!), mit dessen Schattenwellenkreise eine menschliche Hand interferiert.
Die selten gezeigten Filme der Themersons werfen von der Programmatik auch einen Blick zurück zum urzeitlichen Schattenkino im Schein der Höhlenfeuer. Sind es die langen Schatten der Menschen auf der Straße, die Mark Lewis 2004 zum Thema von Rush Hour, Morning and Evening macht, so wirft in Juliana Borinskis Installation Sine das Filmmaterial schließlich selbst seinen Schatten. Der schreibende Röntgenhandschatten des des argentinischen Künstlers Gustavo Romano La Tarde de un Escritor (1998) weist schließlich zurück in die Geschichte, schuf doch bereits 1896/97 der Schotte McEntyre den ersten Photogrammfilm in Form eines Röntgenfilms mit Bewegungen eines Froschschenkels.
Leitung durch das Programm: Tim Otto Roth
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| Programm |
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Le Retour à la Raison: Man Ray, F 1923, 35 mm, b/w, silent, 2 min., [DVD-Kopie]
Dream Work: Peter Tscherkassky, A 2001, 35 mm Cinemascope, b&w, 11 min. [DVD-Kopie]
YLO - The Rap: Martin Cihák, CZ 1998, 16mm, b/w, 4 min. [DVD-Kopie]
Mothlight: Stan Brakhage, USA 1963, color, 35 mm, 4 min., [16mm-Kopie]
Light Magic, Izabella Pruska-Oldenhof, CA 2001, 35mm, color, sound, 3min., [16mm-Kopie]
Kosmos: Thorsten Fleisch, D 2004, 16mm, colour, sound, 5 min.
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Le retour a la raison, Man Ray, F 1923
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The Adventures of a Good Citizen (Przygoda Czlowieka Poczciwego): Stefan & Franciszka Themerson, PL 1937, b/w, sound, 10 min., [16mm-Kopie]
The Eye and the Ear: Stefan & Franciszka Themerson, UK 1944-45, 35mm, b/w, sound, 10 min., [16mm-Kopie]
Rush Hour, Morning and Evening: Mark Lewis, UK 2005, dvd, 3 min. (loop) courtesy: galerie cent8-serge le borgne, Paris
Sine: Juliana Borinski & Pierre-Laurent Cassière, D/F 2006, dvd, colour, sound, 2 min.
La tarde de un escritor: Gustavo Romano, AG 1998, b/w, sound, 8 min.,Video auf DVD
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Escritor by Gustavo Roman, , AG 1998
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