Das Photogramm. Licht, Spur und Schatten

an interdisciplinary Symposium at the Center for Art and Media ZKM Karlsruhe from 8 - 9 April , 2006

(a detailed report will be published here on 26 June)

In the context of the large exhibition “Lichtkunst aus Kunstlicht” at the ZKM Karlsruhe an international symposium takes place for the beginning of April that devotes to a medium that has a special relation to the different spectra of light: the photogram.

It is the first symposium about the photogram! Conceptually it deals with the photogram less in an art historical context and out of the classical discourse of photography. More as a topic in the philosophy of science the radical cut in the western pictorial tradition shall be worked out confronting for instance photogram techniques like x-ray radiograms in the sciences or fluidal images in occultism. Finally parallels to the appearance of shadows and medial overlaps with imprint techniques shall be examined.

Weder auf einer documenta noch auf einer ars electronica war das Photogram bislang vertreten. Mit dieser Nicht-Beachtung des Mediums Photogram im Kunstbetrieb geht eine Degradierung zur Gattung der Photographie einher. Im Rahmen des Symposiums “Das Photogramm. Schicksal, Spur und Schatten" findet erstmals eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem Medium statt, das bislang nicht nur kulturökonomisch, sondern auch medientheoretisch ein Schattendasein führte. Indem das Photogramm als Verfahren mehr in der Wissenschaftsgeschichte als in der Kunst verortet wird und als Lichtabdruck auch außerhalb des gängigen Photodiskurses diskutiert wird, möchte das interdisziplinäre Treffen eine neue Perspektive auf den medialen Outlaw entwickeln. Unter anderem soll die Gegenüberstellung von wissenschaftlichen Entdeckungen eines Henri Becquerel oder Konrad Röntgen und okkultistischer Bildentstehungsprozesse, wie sie z.B. Louis Darget nutzte, deutlich machen, dass das technische Verfahren des Photograms einen radikalen Bruch mit den bisherigen Seh- und Bildherstellungsmethoden darstellt. Dass dieser Bruch auch damit zu tun haben könnte, dass das Photogram als Spurmedium wenig mit einer linsenbasierten Photographie gemein hat, soll ein Vergleich mit unterschiedlichen Abdruckverfahren und dem Schatten aufzeigen.

Die Lokalisierung des Photogramms als blinder Fleck auf der medialen Landkarte hinterfragt die bestehenden Grenzziehungen. Die Emanzipation von der Photographie spielt hier eine wichtige Rolle, denn sie wirft zum einen die Frage nach der Bedeutung von acheiropoetischen, d.h. nicht von Menschenhand gemachten Bildern auf. Zum anderen scheint auch die semiotische Frage nach dem Verhältnis von Bild, Körper/Objekt und Spur wieder neu verhandelt werden zu müssen. Schließlich versucht das Symposion zu zeigen, dass zu Beginn des 21. Jahrhunderts das Visuelle keineswegs nur zur Mathematikförmigkeit tendiert, sondern dass es mit dem Photogramm als archetypischem und zugleich modernem Spurbild - durchaus komplementäre - Gegentendenzen gibt.

Referenten:

Monika Dommann (Technikgeschichte, Universität Zürich).
Thomas Fechner-Smarsly (Universität Krakow)
Andreas Fischer (Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene Freiburg).
Peter Geimer (Wissenschaftsgeschichte, ETH Zürich).
Philipp Slusallek (Computer Graphics Lab, Universität Saarbrücken).
Lambert Wiesing (Vergleichende Bildtheorie, Universität Jena)
Kelley Wilder (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin).

Panel-Gast:
Floris M. Neusüss (Kassel)

Moderatoren:
Ulf Erdmann Ziegler (Frankfurt)
Noam Elcott (Princeton)

Abendprogramm mit Photogrammfilmen u.a. von Man Ray, Stan Brakhage, Izabella Pruska-Oldenhof ...

Tagungsleitung/conference chair: Peter Weibel
Konzept/Idee: Tim Otto Roth
Ort: Vortragssaal ZKM Karlsruhe 
Eintritt: Frei

Beginn: Samstag 8. April 14:00
Programmende: Sonntag 9. April ca. 14:30

Anmeldung erwünscht unter: eggebrecht@zkm.de

official ZKM page: http://on1.zkm.de/zkm/stories/storyReader$5110

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